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Der Glaube

 Conag ist ein alevitisches Dorf. Früher kamen aus dem Dorf Xaculi und Kır religiöse Gelehrte und leiteten den "Cem" und "Gulbang". Aber nach dem allgemein im Land erlebten Aufklärungsprozessen in den 70-er Jahren, haben die Nachkommen der religiösen Gelehrten, die in den Großstädten studiert haben, diese Rituale nicht mehr ausgeübt.
Wenn auch einige wenige Conager in der Stadt, wegen des dadurch entstandenen Vakuums, von der sunnitischen Religion beeinflusst und (statt Ausübung von Cem) in der Moschee beten, sind die Conager-Innen heute im Allgemeinen keine streng gläubigen Menschen. Sie neigen eher zum Laizismus und zur Demokratie.

Die Gebete der alten Menschen tragen die Zeichen einer Naturreligion. Zum Beispiel wird bei Vollmond der Mond angebetet. Auch morgens wenn sie rausgehen, blicken sie zur Sonne, beten und bitten um Segen. Für die Menschen in Conag sind auch die Wasserquellen heilig.
Außer in Sılbus gibt es Brunnen in Xıldıryês, Ziyareta Goman, Kanya Mêrga axe und Kanya Jêrın, die Pilgerorte sind. Heute noch finden bei den Brunnen Opfergaben statt und anschliessend speisen und unterhalten sich die Menschen dort.

Zum Beispiel einer der schlimmsten Flüche in Conag und Umgebung war „Ocagın sönsün“ und bedeutet "Dein Feuer im Ofen soll auslöschen". Aus diesem Grunde vermied man, dass das Feuer ausging. Am Abend hat man die restliche Glut im Ofen mit Asche bedeckt und in der Früh das Feuer damit wieder angefacht. Es war für die Menschen ein böses Zeichen, wenn das Feuer im Ofen ausging.

Kewri Reş

Auch der Fels „Kewri Reş“ (deutsch: Schwarzer Stein) hinter dem Dorf Conag war heilig.

Dort wurde geopfert. Obwohl auf diesem hohen Hügel hinter dem Dorf kein Wasser zu finden ist, findet jedes Jahr mindestens einmal eine Opfergabe statt. Kewri Reş ist ein felsiger Hügel und es befindet sich auch eine kleine Höhle in dem Felsen.

Der Respekt, den die Conager-Innen vor der Natur haben, gibt uns Anhaltspunkte über den Glauben ihrer Ahnen in der Geschichte. Es ist bekannt, dass früher die Iraner, Armenier, Kurden und andere in dieser Region lebenden Völker Anhänger von Zarathustra waren. Wenn auch heute diese Völker verschiedene Glaubensbekenntnisse haben, werden noch Gemeinsamkeiten in ihrem Glauben und in ihrer Tradtionen betrachtet.
Vor der islamischen und christlichen Zeit waren die Hauptelemente des Lebens Wasser, Erde und Feuer heilig.

Mevlit

Im Dorf wurden am 3. und am 40. Tag nach dem das Todesereignis stattgefunden hat und danach jedes Jahr für die Gestorbenen ein "mevlit" gelesen. Früher wurde dies in kurdischer Sprache gelesen, jetzt türkisch. In den letzten Jahren werden bei manchen "Mevlit"-Tagen wieder einige Passagen kurdisch gelesen.

Ziyaret

In Conag gibt es einen Pilgerort, wo die Menschen geheilt werden. Es wird erzählt, dass besonders die psychisch kranken Menschen geheilt waren, nachdem sie dort eine Nacht schliefen.

Es wird an diesem Pilgerort ein Hahn geopfert und ein bisschen vom Opferblut wird auf die Stirn des Kranken gestrichen. Der geopferte Hahn wird dann jemandem im Dorf geschenkt. Die Menschen von verschiedenen Dörfern kommen zu diesem Pilgerort. Dem Pilger wird etwas von einer pulverförmigen Erde "teberik" in den Mund gelegt. Teberik ist eine sehr dünne und weiche Erde. Der Kranke schläft dann mit einem Begleiter bis zum Sonnenaufgang am Pilgerort. Man denkt, dass dieser Wallfahrtsort schon ziemlich lange existiert. Man glaubt, dass er früher für die Armenier ein Pilgerort war. Nach den Steinen, die sich am Wallfahrtsort befinden, sagt man, dass er früher ein "vank" oder "türbe" war.

Die Lehrer von Conag

Bis vor 1927 wurde in der Türkei in arabischer Schrift geschrieben. Die Menschen in unserer Gegend, wenn es deren Umstände ermöglichten, konnten das Schreiben und Lesen in alter ("arabischer") Schrift lernen, wie es auch in den anderen Regionen der Türkei damals allgemein üblich war. Drei Conager haben sogar mehr geschafft, sie waren Lehrer in Conag. Zum Unterschied zu den jetzigen Lehrern, haben sie in alter Schrift unterrichtet und daneben auch "mevlit" gelesen. Sie hießen Husên efendi (Hüsein Seven), Aliyê Xece (Ali Özer, Vater von Ismail Özer) ve Silêmani Besê (Süleyman Tan).

Diese Lehrer waren im Gegensatz zu manchen fanatisch religiösen Lehrern, solche vom Volk und haben auch wie alle anderen Menschen im Dorf an der Produktion teilgenommen.

Die Geschichte von Silemani Besê wird heute noch gerne erzählt. Er war ruhig, respektvoll, harmlos und ist jeden Donnerstag von Haus zu Haus gegangen und hat Gebete gelesen. Nach diesem Rundgang ging er nach Hause und hat Rakı getrunken und geraucht. Süleymanê Besê war mit einem alevitischen religiösen Gelehrten namens Arif Hoca aus Elazığ eng befreundet. Wenn Arif Hoca nach Conag kam, wollte er in einem Haus übernachten, in dem weder Kinder noch Frauen wohnten. Man sagt, er wollte nur in Ruhe und entspannt seinen Drang nach dem Rauchen befriedigen.

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